Warum wir manchmal überreagieren und was das über uns verrät

Welche Situationen kennen Sie, in denen Ihre Mitmenschen völlig unerwartet überreagieren? Plötzlich verhalten sie sich ganz anders als sonst – fast so, als wären sie nicht sie selbst. Und weil Sie mit einer solchen Reaktion nicht gerechnet haben, sind Sie zunächst überrascht und wissen nicht, was gerade passiert ist.

Sicherlich ist Ihnen das auch schon bei sich selbst aufgefallen. In welchen Momenten haben Sie heftiger reagiert, als es eigentlich nötig gewesen wäre?

Oft wird uns erst später bewusst, dass unsere Reaktion übertrieben war. Dann empfinden wir Scham oder Reue, nicht nur wegen des Vorfalls selbst, sondern auch, weil er etwas über uns verrät, das wir vielleicht lieber nicht wahrhaben wollen.

Hier ein konkretes Beispiel, das verdeutlicht, wie sich Überreaktionen äußern können:

Eine 50 Jahre alte Frau hat ihr Leben Hunden widmet. Sie hat drei Tiere aus dem Tierschutz gerettet und ist fest überzeugt, dass sie alles für sie tun muss. Der Verzicht auf ferne Urlaubsziele und lange Abende auswärts ist für sie selbstverständlich geworden. Ihr Ehemann rückt immer weiter in den Hintergrund. Obwohl sie Vegetarierin ist, füttert sie ihre Hunde ausschließlich mit rohem Fleisch, weil sie glaubt, dass es das einzig Richtige sei. Ihre Tiere sind ungestüm, kaum zu bändigen, sie musste ihren Zaun mehrfach erhöhen – hohe Kosten, ein unruhiges Zuhause, ein Leben voller Kompromisse. Kürzlich wurde sie von einem ihrer Hunde wegen seines Jagdtriebs umgerissen. Ihr Bein brach, doch ihre Überzeugung blieb unerschütterlich: Alles sei verzeihbar, alles müsse getan werden.

Ein flüchtiger Bekannter erzählt ihr, dass er ebenfalls einen Hund aus dem Tierheim geholt hatte, ihn aber nach reiflicher Überlegung zurückgeben musste, weil er mit ihm nicht zurechtkam. Während er spricht, verändert sich ihre gesamte Ausstrahlung. Vorher freundlich, wird ihre Stimme plötzlich hart, belehrend, beinahe überheblich. „Das geht doch nicht! Man muss Verantwortung übernehmen! Ich schaffe das ja auch!“

Warum reagiert sie so scharf auf eine Entscheidung, die sie gar nicht betrifft? Sie stehen sich auch nicht nahe. Es gibt keinen Grund, dass sie ihn überzeugen müsste. Aber seine Wahl erinnert sie unbewusst an eine Frage: Wäre sie glücklicher ohne die Hunde? Diesen Gedanken lässt sie nicht zu. Statt innezuhalten, verteidigt sie ihre Überzeugung umso stärker.

Falls Sie sich in diesem Beispiel wiedererkennen sollten, empfehlen wir Ihnen auch unseren Blogbeitrag: Kann ein Hund zu wichtig werden?

Gründe, warum wir manchmal überreagieren

Psychologen und Philosophen haben dieses Phänomen seit über einem Jahrhundert untersucht. Sie fanden heraus, dass Menschen in bestimmten Situationen:

  • ihre Emotionen auf andere projizieren (Freud),
  • unterdrückte Persönlichkeitsanteile ablehnen (Jung),
  • sich selbst täuschen (Sartre, Fromm),
  • innere Widersprüche abwehren (Festinger) oder
  • ihre Anpassung an äußere Normen nicht hinterfragen (Milgram).

Nietzsche erkannte bereits, dass wir oft diejenigen verurteilen, die das tun, was wir uns selbst verbieten.

Friedrich Nietzsche prägte in Zur Genealogie der Moral (1887) den Begriff Ressentiment, um eine tief verwurzelte Feindseligkeit zu beschreiben, die entsteht, wenn Menschen sich machtlos fühlen, aber ihre Situation nicht ändern können. Statt ihren Frust zu erkennen und aktiv zu handeln, kehren sie ihn nach außen und verachten diejenigen, die sich mehr Freiheit nehmen.

Nach Nietzsche erschaffen Menschen mit Ressentiment oft moralische Ideale, die ihre eigene Ohnmacht rechtfertigen. Wer sich in seiner Unfreiheit eingerichtet hat, verurteilt jene, die mutigere Entscheidungen treffen. So dient das Ressentiment als Selbstschutz. Es bewahrt die eigene Lebensweise vor kritischer Selbstreflexion.

Sigmund Freud beschrieb die Projektion als einen psychischen Abwehrmechanismus, bei dem Menschen unerwünschte Gefühle oder Impulse nicht bei sich selbst erkennen, sondern sie unbewusst auf andere übertragen. Dieses Konzept entwickelte er erstmals 1894 in seinen Arbeiten zu den Abwehrmechanismen und vertiefte es später in Die Verdrängung (1915) und Das Ich und das Es (1923).

Durch Projektion können Menschen innere Konflikte umgehen, indem sie eigene verdrängte Anteile in ihrem Umfeld „sehen“. Wer sich beispielsweise bestimmte Wünsche oder Schwächen nicht eingesteht, nimmt sie übertrieben stark bei anderen wahr. Dadurch bleibt das eigene Selbstbild unberührt – doch oft auf Kosten von zwischenmenschlichen Konflikten und übersteigerten Reaktionen auf andere.

C. G. Jung führte das Konzept des Schattenprinzips in Die Psychologie des Unbewussten (1917) ein und vertiefte es in seinen späteren Arbeiten bis 1945. Der Schatten umfasst die unterdrückten Persönlichkeitsanteile eines Menschen – Eigenschaften, Wünsche oder Ängste, die nicht mit dem idealisierten Selbstbild übereinstimmen.

Jung erkannte, dass Menschen oft mit Ablehnung oder starker Abwehr auf Verhaltensweisen reagieren, die ihrem eigenen verdrängten Schatten entsprechen. Wer sich selbst bestimmte Emotionen oder Eigenschaften nicht zugesteht, empfindet sie in anderen als störend oder bedrohlich. Diese unbewusste Dynamik kann zu heftigen Überreaktionen führen, weil der Mensch in Wahrheit gegen einen unerkannten Teil seiner eigenen Persönlichkeit kämpft.

Jean-Paul Sartre entwickelte das Konzept der Mauvaise Foi (Selbstbetrug) in Das Sein und das Nichts (1943). Er beschrieb damit die Tendenz des Menschen, sich selbst über seine wahren Wünsche hinwegzutäuschen, um unangenehme Konsequenzen oder existenzielle Ängste zu vermeiden.

Nach Sartre erschaffen sich viele Menschen eine Rolle, die ihnen Sicherheit gibt, aber nicht unbedingt ihrem Wesen entspricht. Sie halten an dieser Rolle fest, auch wenn sie spüren, dass sie sie einschränkt. Wer sich selbst betrügt, kann stark auf andere reagieren, die ein freieres Leben führen, weil sie ihn unbewusst an seine eigene Unaufrichtigkeit erinnern. Das führt oft zu übertriebenen Reaktionen und vehementer Verteidigung der eigenen Lebensweise.

Erich Fromm beschäftigte sich in Die Furcht vor der Freiheit (1941) und Haben oder Sein (1976) mit dem Konflikt zwischen individuellem Selbst und gesellschaftlichen Erwartungen. Er beschrieb, wie Menschen oft unbewusst ein Lebensmodell übernehmen, das ihnen Halt gibt, aber nicht wirklich ihren Bedürfnissen entspricht.

Wer sich mit einer bestimmten Ideologie oder Identität zu stark identifiziert, kann aggressiv auf Menschen reagieren, die sich anders entscheiden. Fromm erkannte, dass Überreaktionen oft dann auftreten, wenn jemand sich durch eine abweichende Meinung oder Lebensweise verunsichert fühlt. Die starke emotionale Abwehr dient dazu, eigene Unsicherheiten zu unterdrücken und sich selbst in seiner Überzeugung zu bestätigen.

Leon Festinger entwickelte die Theorie der kognitiven Dissonanz 1957 in A Theory of Cognitive Dissonance. Sie beschreibt den psychischen Spannungszustand, der entsteht, wenn unser Verhalten nicht mit unseren Überzeugungen übereinstimmt.

Diese Dissonanz ist unangenehm, sodass Menschen sie oft unbewusst auflösen, indem sie entweder ihr Verhalten oder ihre Überzeugung anpassen – oder indem sie ihre Entscheidung intensiv verteidigen. Je größer die Dissonanz, desto stärker die Tendenz, sich selbst in seiner Entscheidung zu bestätigen und alternative Sichtweisen abzulehnen. Überreaktionen auf abweichende Meinungen oder Lebensweisen können demnach ein Versuch sein, die eigene Unsicherheit zu überdecken.

Stanley Milgram untersuchte in seinen Gehorsamsexperimenten (1961–1963) das Verhalten von Menschen in Autoritätssituationen und veröffentlichte seine Ergebnisse 1974 in Obedience to Authority: An Experimental View. Er zeigte, dass Menschen oft bereit sind, äußeren Regeln zu folgen – selbst wenn diese ihnen schaden oder im Widerspruch zu ihren eigenen moralischen Überzeugungen stehen.

Menschen, die sich stark an eine Ideologie oder eine gesellschaftliche Norm gebunden haben, neigen dazu, diese leidenschaftlich zu verteidigen. Wenn sie mit jemandem konfrontiert werden, der sich aus diesem System löst, können sie mit Überreaktionen reagieren – nicht, weil der andere ihnen schadet, sondern weil er sie an ihre eigene unterdrückte Wahlfreiheit erinnert. Milgrams Forschung zeigt, dass viele Menschen ihre eigene Anpassung nicht bewusst hinterfragen, sondern stattdessen diejenigen bekämpfen, die sich dieser Anpassung entziehen.

Diese Theorien zeigen, dass Überreaktionen selten nur aus der aktuellen Situation heraus entstehen.

Sie sind oft Ausdruck eines unbewussten Konflikts – sei es:

  • ein verdrängter Wunsch (Jung, Freud),
  • eine ungelöste Spannung zwischen Überzeugung und Verhalten (Festinger),
  • gesellschaftlicher Druck (Fromm, Milgram) oder
  • die Angst, sich selbst etwas einzugestehen (Sartre, Nietzsche).

Wer sich dieser psychologischen Mechanismen bewusst wird, kann Überreaktionen als wertvolle Hinweise auf innere Unstimmigkeiten nutzen. Statt sich gegen andere zu verteidigen, lohnt es sich, nach innen zu schauen. Genau dort liegt die eigentliche Ursache der eigenen emotionalen Reaktion.

Mögliche verborgene Ursachen bei alltäglichen Überreaktionen

Diese weiteren Beispiele zeigen typische Situationen, in denen Menschen überreagieren und welche verborgenen Gründe dahinterstecken:

  • Ein Single, der sich nach Nähe sehnt, behauptet, Beziehungen seien einengend. Wenn Paare in seiner Umgebung glücklich wirken, reagiert er abwehrend, weil er sich nicht mit seiner eigenen Unsicherheit auseinandersetzen will.
  • Eine überforderte Mutter nennt Kinderlose egoistisch. Ihre eigene Überforderung bleibt unausgesprochen und somit unbearbeitet. Wenn andere bewusst auf Familie verzichten, empfindet sie das als Infragestellung ihrer eigenen Entscheidung.
  • Ein Tierliebhaber, der sich bewusst gegen Haustiere entschieden hat, reagiert gereizt, wenn andere von ihren Katzen oder Hunden schwärmen. Die eigene Vernunftentscheidung wird durch das Glück der anderen unbewusst infrage gestellt.
  • Vielarbeiter bezeichnen Menschen mit mehr Freizeit als faul. Dass andere sich Zeit für sich nehmen, erinnert sie daran, dass sie selbst ständig unter Druck stehen – eine Wahrheit, die sie sich nicht eingestehen wollen.
  • Eine Frau, die sich unwohl mit ihrem Fleischkonsum fühlt, macht sich über Veganer lustig. Der Gedanke, dass ihr Essverhalten moralische Fragen aufwerfen könnte, wird abgewehrt, indem sie die Überzeugung anderer ins Lächerliche zieht.

Immer zeigt sich dasselbe Muster: Wären wir mit unseren Entscheidungen wirklich im Reinen, würden wir uns auch nicht durch die Wahl anderer bedroht fühlen.

Welche Konsequenzen könnte es haben, wenn wir überreagieren?

Wenn wir regelmäßig überreagieren, weil wir unbewusst an einer Entscheidung festhalten, die uns belastet, kann das tiefgreifende Auswirkungen auf unser Leben haben:

  • Innerer Stress: Wer ständig seine Entscheidung verteidigt, ohne sie zu hinterfragen, lebt in einer dauerhaften Anspannung. Diese Anspannung verbraucht Energie und kann zu Erschöpfung führen.
  • Unzufriedenheit: Vielleicht spüren Sie tief in sich, dass etwas nicht stimmt. Aber anstatt das zu erkennen, kämpfen Sie gegen andere. Das kann zu einem Gefühl von innerer Leere oder permanenter Reizbarkeit führen.
  • Wut und Verbitterung: Wer überreagiert, stößt Menschen vor den Kopf und wird mit der Zeit immer frustrierter. Die Unfähigkeit, Dinge so anzunehmen, wie sie sind, führt oft zu einer Negativspirale aus Misstrauen und Gereiztheit.
  • Identitätskrise: Wer sein ganzes Leben auf einer bestimmten Überzeugung aufbaut, die er nie hinterfragt hat, kann in eine tiefe Krise geraten, wenn er plötzlich merkt, dass sie nicht mehr trägt. Das kann Angst auslösen oder das Gefühl, alles bisherige infrage zu stellen.
  • Emotionale Unterdrückung kann sich körperlich äußern: Wenn wir uns selbst nicht erlauben, ehrlich zu sein, findet der Körper andere Wege, darauf hinzuweisen. Chronische Verspannungen, Magen-Darm-Probleme oder Hauterkrankungen können Ausdruck unterdrückter Emotionen sein.
  • Dauerstress macht krank: Kopfschmerzen, Magenprobleme, Atembeschwerden, Verspannungen oder Schlafstörungen sind typische Anzeichen dafür, dass etwas nicht im Gleichgewicht ist. Das vegetative Nervensystem bleibt in einem Alarmzustand, was langfristig die Gesundheit beeinträchtigt.
  • Selbstschädigung durch Zwang und Kontrolle: Manche Menschen reagieren auf innere Konflikte mit extremer Disziplin oder Verzicht – übertriebenes Sporttreiben, Essstörungen oder Suchtverhalten können aus dem Versuch entstehen, das innere Chaos zu kontrollieren.
  • Erschöpfung durch dauerhafte Verteidigungshaltung: Wer immer gegen andere kämpft, hat keine Kraft mehr, seine eigene Wahrheit zu finden. Der Körper braucht Energie für Wachstum und Regeneration, aber dauerhafte Überreaktionen rauben diese Kraft.
  • Beziehungskonflikte: Wer regelmäßig überreagiert, wirkt auf andere anstrengend und kann Beziehungen belasten. Ständiges Urteilen oder das Bedürfnis, andere zu belehren, führt dazu, dass sich Freunde und Familie zurückziehen.
  • Isolation: Menschen, die ihre Überzeugungen mit Aggressivität verteidigen, ziehen sich oft selbst ins Abseits. Überreaktionen führen dazu, dass sich das soziale Umfeld verändert. Wer andere ständig korrigiert oder verurteilt, wird irgendwann gemieden.
  • Verlust von Offenheit und Lernfähigkeit: Wer sich in eine einzige Sichtweise verrannt hat, verliert die Fähigkeit, neue Perspektiven zuzulassen. Das kann langfristig dazu führen, dass das eigene Weltbild veraltet oder realitätsfern wird.
  • Teure Fehlentscheidungen: Wer sich zu einer Lebensweise zwingt, die nicht zu ihm passt, gibt wahrscheinlich viel Geld für Dinge aus, die ihn eigentlich nicht erfüllen. Das kann sich in übermäßigem Konsum oder kostspieligen Kurswechseln äußern, um das innere Ungleichgewicht auszugleichen.
  • Berufliche Sackgassen: Vielleicht bleibt jemand in einem Job, den er nicht mag, nur weil er sich nicht eingestehen will, dass er eigentlich einen anderen Weg gehen möchte. Auch das sture Festhalten an einer bestimmten Karriere kann langfristig zu finanziellen Verlusten führen, weil er nicht das tut, was ihm wirklich liegt.
  • Vermeidung von Chancen: Wer sich selbst in eine Überzeugung gezwängt hat, wird möglicherweise Angebote oder Chancen ablehnen, die sein Leben verbessern könnten, nur weil sie nicht mit seinem bisherigen Selbstbild übereinstimmen.

Überreagieren als Chance begreifen

Wenn wir übermäßig stark auf das Verhalten anderer reagieren, liegt die Ursache selten bei den Mitmenschen. Vielmehr zeigt sich darin ein Konflikt in uns selbst. Vielleicht berührt ihr Lebensstil eine seelische Wunde in uns, die wir lange verdrängt haben. Oder ihre Freiheit erinnert uns an eine Möglichkeit, die wir uns selbst genommen haben. Oft verteidigen wir nicht nur eine Überzeugung, sondern auch ein Selbstbild, das wir aus Angst nicht infrage stellen wollen.

Das Leben verändert sich und wir uns mit ihm. Es ist keine Schwäche, eine Überzeugung loszulassen, die uns nicht mehr dient oder vielleicht nie wirklich zu uns gepasst hat. Meistens ist es sogar eine Befreiung. Erst wenn wir uns erlauben, ehrlich zu uns selbst zu sein, können wir ein authentisches, erfüllteres und friedlicheres Leben führen.

Wie kann ich gelassener werden?

Der Schlüssel liegt in der Selbstreflexion. Je besser Sie sich selbst verstehen, desto weniger müssen Sie sich und anderen etwas beweisen.

Diese Fragen helfen Ihnen, innere Blockaden zu erkennen und zu lösen:

  1. Woher kommen meine Überzeugungen? (Selbstbestimmtheit vs. äußere Einflüsse)
  2. Bin ich wirklich zufrieden mit meiner Entscheidung oder halte ich sie nur aufrecht, weil ich mir keine Alternative erlauben will? (Selbsttäuschung & Ängste)
  3. Wenn ich mir eingestehen könnte, dass meine Entscheidung vielleicht nicht (mehr) die richtige für mich ist: Was würde im schlimmsten und was im besten Fall passieren? (Konsequenzen)
  4. Warum reagiere ich emotional so stark? (Selbstbeobachtung)
  5. Was wühlt mich so auf? Ist es wirklich die Aussage oder der Lebensstil der anderen? (tiefe Ursachen)
  6. Warum stört es mich, wenn andere anders denken? Warum ist es mir so wichtig, dass andere meine Sichtweise teilen? (Selbstsicherheit & Akzeptanz)

Erlauben Sie sich, sich zu verändern. Sich umentscheiden zu können, ist ein Zeichen von Reife und Wachstum. Je mehr Sie sich selbst erlauben, sich zu hinterfragen, desto weniger müssen Sie gegen andere „kämpfen“.

Es geht nicht darum, stur an einer Überzeugung festzuhalten oder sie impulsiv über Bord zu werfen, sondern darum, eine gesunde Balance zu finden. Extreme führen oft zu Konflikten – sowohl mit uns selbst als auch mit anderen. Wer sich erlaubt, flexibel zu denken, schafft sich mehr Freiheit, um wirklich authentisch zu leben.

Wann eine starke Reaktion gerechtfertigt ist

Selbstverständlich ist es nicht immer ein Zeichen für einen persönlichen, inneren Konflikt, wenn wir überreagieren. Es gibt Situationen, in denen es nicht nur angemessen, sondern notwendig ist, sich entschieden gegen etwas zu stellen.

Das betrifft vor allem Verstöße gegen grundlegende ethische Prinzipien – sei es das irdische Gesetz, das Recht und Ordnung sichert, oder das himmlische Gesetz, das über weltliche Regeln hinausgeht und das moralische Fundament des Menschen bildet. Wer beispielsweise unter Druck gesetzt wird, sich an einer Lüge, einer Ungerechtigkeit oder einer anderen falschen Handlung zu beteiligen, darf und soll sich klar dagegen positionieren.

Genauso sind Hochmut, Habgier, Wollust, Zorn, Völlerei, Neid und Trägheit nicht bloß religiöse Begriffe, sondern beschreiben Verhaltensweisen, die zu tiefem Unrecht und persönlichem wie gesellschaftlichem Verfall führen. Wer sich dagegen wehrt, wenn er in solche Muster hineingezogen werden soll, reagiert nicht übertrieben. Er handelt mit klarem Gewissen und moralischer Verantwortung.

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